Das Projekt „cache miss“ lebt von vielfältigen Beiträgen – fühl dich also frei, alles einzureichen, was du für richtig hältst.
Alle Beiträge werden vorab anhand des Code of Conduct geprüft. Bitte orientiere dich an diesem Kodex, um ein möglichst diskriminierungsarmes Umfeld zu schaffen.
Falls Fragen auftauchen, kannst du uns gerne per E-Mail kontaktieren. Bei einer Einreichung, bei der Unklarheiten aufkommen oder Änderungen nötig sind, wirst du, wenn möglich, zur Abstimmung kontaktiert.
Wenn es bei einem Ereignis Unklarheiten gibt, mach das gerne erkenntlich.
Vielen Dank und viel Spaß!
Impressum und Kontakt
info@cache-miss.de
„cache miss“ ist die Bachelorarbeit von Lea Burzan, entstanden im Studiengang Integriertes Design an der Hochschule für Künste in Bremen.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Tania Prill und Prof. Detlef Rahe.
„cache miss“ ist ein Wiki-System, das die Menschheitsgeschichte synchronoptisch darstellt, also Ereignisse und Entwicklungen parallel anordnet und dadurch gleichzeitig erfahrbar macht. Die Aufteilung in verschiedene Kategorien ist dabei eine Methode, um ein möglichst umfassendes Bild der Geschichte entstehen zu lassen. Es sollen bewusst verschiedene Perspektiven und Interpretationen offen bleiben. „cache miss“ orientiert sich dabei verschiedenen Ansätzen der Geschichtswissenschaft.
In der Geschichtsschreibung gab es immer wieder Paradigmenwechsel, die bestimmen, aus welcher Perspektive wir unsere Vergangenheit betrachten. Unterschiedliche Ansätze verschieben dabei die Fragen, Methoden und Blickwinkel, mit denen historische Entwicklungen untersucht werden. So rückten etwa mit der Strukturgeschichte stärker Beziehungen, Strukturen und gesellschaftliche Zusammenhänge in den Mittelpunkt historischer Forschung. Gleichzeitig gerieten vereinfachende Erklärungen zunehmend in Kritik, etwa die sogenannte Great-Man-Theorie, nach der historische Umbrüche einzelnen herausragenden Männern zugeschrieben wurden. Stattdessen wird Geschichte heute häufiger als Ergebnis komplexer sozialer, politischer und kultureller Prozesse verstanden.
„cache miss“ ist ein Versuch, das umzusetzen.
In diesem Projekt geht es primär um die Synchronoptik. Die meisten Entwicklungen in der Geschichte entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind geprägt vom Zeitgeist, von ihren Zeitgenoss*innen und von vielen Umständen, die ihr Entstehen beeinflussten. Durch diese Form der Darstellung lässt sich zumindest ein Teil dieser Zusammenhänge sichtbar machen.
Gleichzeitig sollte bedacht werden, dass jegliches Wissen, das wir vermitteln und konsumieren, lediglich ein Spiegel der Zeit und des sozialen Raums ist, in dem es entdeckt wurde. Vermutungen darüber, wie die Welt früher ausgesehen hat, beruhen immer auf dem Erfahrungsschatz der Zeit, in der sie formuliert wurden. Sie spiegeln daher auch die Perspektiven, Annahmen und Wissensstände dieser Zeit wider.
Besondere Aufmerksamkeit soll jenen gelten, die aufgrund von Marginalisierung bisher in der Geschichtsschreibung kaum Aufmerksamkeit bekommen haben. Seien es Menschen, Perspektiven oder Ereignisse. So werden etwa Stimmen schwarzer Menschen, queere oder FLINTA*-Perspektiven verschwiegen, entwertet und häufig übersehen. Das verdeutlicht, wie Patriarchat und Kolonialismus bis heute die eurozentristischen Vorstellungen von Geschichte prägen.
Diese Webseite baut auf dem Atlas zur synchronoptischen Weltgeschichte von Arno und Anneliese Peters auf. Die beiden Historiker*innen wollten 1952 ein Werk schaffen, das die gesamte Menschheitsgeschichte abbildet, um Vorurteile gegen soziale Gruppen und Menschen verschiedener Herkünfte vorzubeugen. Dieses Werk entstand in Zusammenarbeit mit über 50 weiteren Historiker*innen und ist zugegebenermaßen heute auch überholungsbedürftig. Außerdem entwickelte eine Kooperation der Uni Trier und des Büro W im Jahr 2010 den "Digitalen Peters", eine elektronische Form, die auf DVDs publiziert wurde.
Angelehnt an diese Werke ist die Webseite „cache miss“ entstanden. In den Kategorien Persönlichkeiten, Politik, Erfindungen und Kultur versucht die Webseite, der Menschheitsgeschichte ein digitales Interface zu verleihen. In dem Overlay „cache miss“ ist eine Konzentrierung der Geschichtssammlung möglich. Es ist eine Zurückeroberung der Aufmerksamkeit für all das und jene, die in Jahrhunderten patriarchaler und kolonialistischer Geschichtsschreibung übersehen wurden.
Mit diesem Projekt soll keineswegs eine Art Deutungshoheit über die Geschichtsschreibung beansprucht werden. „cache miss“ soll vielmehr eine Möglichkeit bieten, die komplexen Verstrickungen der Weltgeschichte sichtbar zu machen und divers und breit aufgestellt aus verschiedenen Perspektiven auf die Menschheitsgeschichte zu schauen oder zumindest das Angebot machen, einen Beitrag dazu zu leisten.
Dabei geht es weniger darum, auf endgültige Tatsachen zu bestehen, sondern vielmehr Fragestellungen zu initiieren.
Falls du also ein Ereignis oder eine Person kennst, die es deiner Meinung nach verdient hätte, Präsenz zu bekommen, wäre es ein toller Beitrag zu diesem Projekt, dies/diese einzureichen.
Vielen Dank!
„cache miss“ ist ein Projekt zur Gestaltung von Vielschichtigkeit und Ambiguität. Es richtet sich an alle Nutzer*innen und lebt von gemeinsamer Nutzung, Beteiligung und Austausch. Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Ereignissen und ihrer Gleichzeitigkeit zu fördern sowie den Wissensaustausch und die Kollektivierung zu ermöglichen.
Der folgende Verhaltenskodex sammelt Werte und Vereinbarungen für einen respektvollen Umgang auf dieser Plattform. Der Verhaltenskodex soll nicht abschrecken, sondern einen Rahmen für einen verantwortungsvollen, solidarischen und achtsamen Umgang miteinander bieten. Die hier formulierten Regeln sollen Nutzer*innen nicht einschränken, sondern das faire Bereitstellen, Teilen und Konsumieren von Inhalten ermöglichen.
Verhalten und Erwartungen
Das Projekt „cache miss“ soll möglichst ein Umfeld schaffen, das offen, einladend und sicher für alle Nutzer*innen ist. Alle Menschen sollen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, körperlicher Erscheinung, ethnischer Zugehörigkeit, sozioökonomischem Status, Religion oder Nicht-Religion, technischen Entscheidungen sowie unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten respektvoll behandelt werden.
„cache miss“ versteht Vielfalt als unstreitbare Grundlage. Unterschiedliche Hintergründe, Erfahrungen und Privilegien prägen Perspektiven und Wahrnehmungen. Dies erfordert gegenseitige Rücksichtnahme, Lernbereitschaft und Aufmerksamkeit im Umgang miteinander und mit verschiedenen Beiträgen. Annahmen über Identität, Wissen oder Erfahrungen sollen vermieden werden.
Besonders historische Ereignisse wurden im Laufe der Zeit oft durch die bestehenden Machtverhältnisse interpretiert und eingeordnet und sollten daher auch so reflektiert und bedacht wiedergegeben werden.
Verantwortung übernehmen
Die Nutzung dieser Plattform geht mit Verantwortung einher. Diese Verantwortung liegt sowohl bei den kuratierenden Personen als auch bei den einreichenden und konsumierenden Nutzer*innen.
Dazu gehört:
→ sich der Wirkung von Worten, Bildern und Handlungen auf andere bewusst zu sein
→ anzuerkennen, dass unterschiedliche Meinungen und Perspektiven existieren
→ respektvoll mit der Plattform, den Beiträgen sowie mit der Arbeit zur Instandhaltung der Webseite umzugehen
→ zu reflektieren, ob ein Beitrag einen Mehrwert für „cache miss“ bietet. Wie Mehrwert definiert wird, liegt in der Verantwortung der einreichenden Person
Nur durch diesen gemeinsamen Umgang kann „cache miss“ als kollektives Projekt nachhaltig bestehen und wachsen.
Nicht toleriertes Verhalten
Gewaltvolle, sexualisierte, rassistische, sexistische, queerfeindliche, ableistische oder pornografische Darstellungen sollen auf dieser Plattform keine Bühne erhalten.Da es für die Geschichtsschreibung aber teilweise unumgänglich ist, solche Darstellungen aus Aufklärungsgründen zu reproduzieren, muss eine kritische Einodnung und eine Triggerwarnung in der Einreichung erfolgen.
Beiträge, die uneingeordnet Diskriminierung reproduzieren oder unterstützen, sind auf „cache miss“ nicht erlaubt. Dies schließt auch Begriffe und Darstellungen ein, die sprachlich oder kulturell verankert sind, jedoch einen diskriminierenden Ursprung haben.
Konsequenzen
Bei Verstößen gegen diesen Verhaltenskodex behalten sich die Verantwortlichen vor, angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Dazu zählen unter anderem die Entfernung einzelner Beiträge oder der Ausschluss weiterer Einreichungen.
Bei Einwänden gegen eine Entscheidung besteht die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen und eine Beschwerde zu schildern. Eine erneute Prüfung erfolgt anhand dieses Verhaltenskodex. Kontakt: info@cache-miss.de
Beiträge melden
Nutzer*innen können Beiträge melden, die möglicherweise gegen diesen Verhaltenskodex verstoßen. Gemeldete Inhalte werden geprüft.
Wenn Unsicherheiten, Unwohlsein oder Fragen zu einem Beitrag bestehen, wird dazu ermutigt, Kontakt aufzunehmen. Rückmeldungen tragen dazu bei, „cache miss“ als verantwortungsvolle und solidarische Plattform weiterzuentwickeln.
Dieser Verhaltenskodex ist ein lebendiges Dokument und kann weiterentwickelt, ergänzt und angepasst werden. Auch hier wird um Mitwirkung gebeten.